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Großbrand Papierfabrik Halstrick


Die Produktionsgebäude (Betrieb) der Papierfabrik Halstrick befinden sich auf einem weitläufigen, ca. 55.000 m² grossen Gelände im ca. 3.500 Einwohner zählenden Euskirchener Ortsteil Stotzheim.

Betriebsbeschreibung

Betriebsart:

In der Firma Halstrick wird aus Zellstoff Tissuepapier hergestellt, das mit Zuschlagstoffen und geringen Mengen Altpapier zu Servietten, Geschenkpapier und Tischtuchpapier weiterverarbeitet wird.

Betriebsanlagen:

Die Rohstoffaufbereitung erfolgt in Pulpern und Bütten. Die Trocknung der Papierbahnen wird mittels dampfbeheizten Glättzylindern sowie gasbeheizten Trockenhauben durchgeführt. Darüber hinaus werden in der Druckerei 12 Flexodruckmaschinen und 3 Tiefendruckanlagen betrieben.

Personal:

Die Firma Halstrick hat ca. 443 Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon sind ca. 355 Personen im Dreischichtbetrieb im gewerblichen Bereich tätig. Pro Schicht ca. 50-60 Mitarbeiter.

Risiken:

Neben der für die Papierindustrie üblich, hohen Brandbelastung befinden sich auf dem Werksgelände eine Reihe von brennbaren Hilfs- und Betriebsstoffen mit den entsprechenden Risiken.


Beschreibung der Gebäude, die am Brandgeschehen beteiligt waren
(Lageplan):

  Halle  39 (Produktion)
   

Länge:
Breite:
Höhe:

40,00 m
26,00 m
7,00 m

  Halle  40 (Produktion)
    Länge:
Breite1:
Breite 2:
Höhe:

70,00 m
41,00 m
25,00 M
7,00 m

  Halle  43 (Hochregallager)
    Länge:
Breite:
Firsthöhe:
60,00 m
25,00 m
9,47 m
  Halle  44 (Lager,Versand)
    Länge:
Breite:
Höhe:
70,00 m
60,00 m
7,00 m
  Halle  45 (Lager)
Brandausbruchstelle
    Länge:
Breite:
Höhe:
111,00 m
46,00 m
8,85 m

 

Chronologischer Einsatzablauf

Tag: Dienstag  
Datum: 23. Juli 1991  
Uhrzeit: 13:44 Uhr  
13:44 Vom Pförtner der Fa. Halstrick wird gemeldet: "Schadenfeuer, brennt Dachpappe auf 10 m hohem Dach."
  Die Ortssirene in Stotzheim alarmiert die Löschgruppe Stotzheim.
13:45 Die Löschgruppe Stotzheim rückt mit Ihrem Löschfahrzeug (LF/ 8) in der Stärke von 0/1/7/ = 8 Einsatzkräfte aus.
13:46 Hausalarm der Feuerwache 4 der Stadt Euskirchen.
13:47 Der LZ 1 der Freiwilligen Feuerwehr Euskirchen rückt mit TLF 16/25 und DLK 23/12 im ersten Abmarsch mit einer Stärke von 1/1/4 = 6 Einsatzkräfte aus.
13:49 Auf der Anfahrt wird Alarm für den LZ 4 und den ELW 2 ausgelöst.
14:02 Rückmeldung vom Stadtbrandmeister: "Schlagartige Durchzündung (Flash over). Gesamte Halle in Vollbrand. Alarm für den Löschzug 3."
14:12 Parallel-Alarm "Garagenbrand in Euskirchen, Innenstadt"
Die Löschgruppen Wißkirchen mit TLF 8/18 und GW sowie Euenheim mit TSF des Löschzuges 2 werden zum Garagenbrand Euskirchen Innenstadt alarmiert.
14:15 Die Leitstelle "Edwin" des RP Köln wird über das Grosschadenereignis von der Feuerwache Euskirchen 4 in Kenntnis gesetzt.
14:27 Rasante Brandausbreitung, Alarm für den Löschzug 5 der Freiwilligen Feuerwehr Euskirchen.
 
14:28 Der sich am Einsatzort befindende Rettungsdienst wird mit weiterem Personal ( SEG ) verstärkt.
14:44 Gemäß Vorgabe der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) der Freiwilligen Feuerwehr Euskirchen wird von der Einsatzleitung der Ausnahmezustand festgestellt und angeordnet. Ab jetzt gilt der § 17 FSHG NW (Überörtliche Hilfeleistung). Von der Freiwilligen Feuerwehr Zülpich wird der SW 2000 (Schlauchwagen mit 2000 m B–Schlauch) angefordert.
15:02 Parallel-Alarm "Feldbrand mit Wohnhausbedrohung" in Kuchenheim. Im Rahmen des § 17 FSHG NW wird die Freiwillige Feuerwehr Weilerswist alarmiert. Die Löschgruppe Dom-Esch der Freiwilligen Feuerwehr wird für die Wahrnehmung des neuen Einsatzes in Kuchenheim aus dem Einsatz Halstrick ausgelöst.
15:37 Zur Betriebsstoffversorgung der eingesetzten Fahrzeuge und Aggregate wird ein Pendelverkehr zwischen dem städtischen Bauhof und der Einsatzstelle eingerichtet.
16:08 Meldung der Einsatzleitung "Feuer unter Kontrolle"
17:50 Parallel-Alarm "Brand in der Textilabteilung des SB-Warenhaus Allkauf". Die Löschgruppe Kreuzweingarten/Rheder mit dem zur Verfügung stehendem TSF-W wird zur neuen Einsatzstelle entsandt.
 
18:00 Lagebesprechung

Folgende Maßnahmen werden veranlasst. Neuordnung der Löschwasserförderstrecke. Schlauch- und Materialpflege auf der Feuerwache. Aufhebung des Ausnahmezustandes. Bestückung verschiedener Feuerwehrfahrzeuge und Sicherstellung des Brandschutzes im gesamten Stadtgebiet Euskirchen. Rotierende Ablösung der eingesetzten Mannschaften.

Einsatzdauer: 44 Stunden

Einsatzkräfte: ca. 200

Eingesetzte Löschgeräte:
20 C-Strahlrohre
9 B-Strahlrohre
2 mobile Wasserwerfer
2 transportable Werfer
1 Wenderohr/DLK
1 Schaumrohr S 4

Kraftstoffverbrauch: ca. 2000 l Kraftstoff.

In Spitzenzeiten wurden ca. 16.000 Liter Löschwasser pro Minute eingesetzt.

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