Startseite Kontakt Impressum zurück

ABC-Zug Euskirchen-Iversheim

Chronik

Chronik

Der Ursprung des Gefahrgutzuges war 1988 die Anschaffung und Indienststellung des Gerätewagens-Messtechnik, welcher die Feuerwehr vor ein neues, Aufgabengebiet stellte. Niemand wusste genau, was auf Ihn zukommen würde. Dieses Fahrzeug enthält für die zwei Komponenten "Gefährliche Stoffe und Güter" sowie "Strahlenschutz" Schutzausrüstung und hochsensible Messgeräte.
Der Aufbau einer arbeitsfähigen GSG-Gruppe begann deshalb für das Personal durch einen Block von Speziallehrgängen. Da zu dieser Zeit die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger noch nicht so weit fortgeschritten war wie heutzutage, bestand dieser Block aus dem Atemschutzgeräteträgerlehrgang als Grundvoraussetzung zur Teilnahme an den Sonderlehrgängen:

Gefährliche Stoffe und Güter I (GSG I) und

Strahlenschutz I (STR I).

Für die ersten Teilnehmer dieser Lehrgänge bedeutete dies, dass innerhalb einer Jahresfrist diese 3 Lehrgänge von ca. 120 Stunden besucht werden mussten, um den neuen GW Mess einsatzbereit melden können.
Durchgeführt wurden der GSG I und der STR I Lehrgang von STBM P. Pesch, stv. STBM R. Stupp, HBM P. Neuburg und HBM Udo B. Crespin in Zusammenarbeit mit Dr. Gisela Neff.
Darüber hinaus hieß es für den damaligen Gruppenführer GW Mess, BM Willi Keldenich, auch die weiterführenden Lehrgänge GSG II und STR II an der Landesfeuerwehrschule in Münster zu besuchen.
Später kam dann noch der Lehrgang STR III, ebenfalls an der LFS Münster, hinzu, womit er sich gleichzeitig zum Strahlenschutzbeauftragten der Feuerwehr Euskirchen qualifizierte.

Als  Standort für den GW Mess wurde 1988 Kuchenheim gewählt, da diese Löschgruppe mit 8 Personen  auch eine relativ starke Mannschaft stellte  und darüber hinaus in dem damals neuerbauten Gerätehaus einen Einstellplatz für das Fahrzeug zur Verfügung hatte.
Die Alarmierungsmöglichkeiten mittels Funkmeldeempfänger waren zu der Zeit noch sehr begrenzt, daher versuchte man nach der Alarmierung des Sammelrufes (alle Funkmeldeempfänger der Kreisstadt Euskirchen wurden ausgelöst) mit Sirene und Telefonkette diejenigen Kameraden zu erreichen, die noch nicht über einen Funkmeldeempfänger verfügten.
Im Jahr 1991 wurde die Messeinheit dann zum Gefahrgutzug ausgebaut, indem noch ein zweites Fahrzeug, nämlich der Gerätewagen Gefahrgut (7,5 t) beschafft wurde. Dieses Fahrzeug enthält Gerätschaften zum Abdichten, Auffangen und Umfüllen von Säuren oder Laugen. Herzstück ist die MAST-Umfüllpumpe, die, mit zahlreichem Zubehör versehen, in der Lage ist, auch Säuren, Laugen und Öle zu fördern.
Entsprechend der Feuerwehrdienstvorschrift wurde der Zug ergänzt mit den vorhandenen Fahrzeugen TroTLF 16 sowie  sowie ELW II (LZ Zentrum) und weiteren Zubringerfahrzeugen, die die im Stadtgebiet Euskirchen verteilte Mannschaft im Einsatzfalle im Additionsprinzip zum Einsatzort transportierten. Dies waren neben anderen Fahrzeugen das TSF Großbüllesheim, TSF-W Kreuzweingarten-Rheder und das TSF Palmersheim.
Ebenfalls ein Novum ist die Ausstattung mit Überdruck-Atemschutzgeräten, die gerade im GSG-Bereich unschlagbare und sicherheitsrelevante Vorteile für den Geräteträger mit sich bringen.
Kaum war das Personal des Gefahrgutzuges fertig ausgebildet waren, ließen auch die Einsätze nicht auf sich warten:

  • Arcus-Stahl Weilerswist: Freiwerden von Säure
  • Bad Münstereifel: Abladen eines havarierten LKW's mit GSG-Stückgut
  • RHENUS Euskirchen: Undichter Colli, auslaufende ätzende Flüssigkeit
  • K 24 Höhe Kuchenheim: Verunfallter LKW, Entladen von Stückgut
  • Verunfallter Gefahrguttransporter, beladen mit ätzender Flüssigkeit auf der A1
  • Bahnhof Euskirchen: Kontaminationsnachweis bei vermutlich verstrahltem Molkepulver
  • Marienhospital Euskirchen: Blausäuremessung
  • Kreiskrankenhaus Mechernich: Schadstoffmessung nach Wohnungsbrand
  • Kapellenstraße in Euskirchen: Gasgeruch nach Wohnhausbrand
  • Wüschheim: Explosion eines Wohnhauses
  • Wohngebiet Mechernich: Abblasen eines Flüssigkeit
  • Schadstoffermittlungen und Außenbereichsmessungen bei Großbränden:
    o  Schleiden-Oberhausen: Brand einer Glasfabrik
    o  Firmenich-Obergartzem: Brand einer Lagerhalle
    o  Kall Brand eines Reifenlagers
    o  Euskirchen: Brand einer Papierfabrik
    o  BAM Iversheim: Brand einer Auto-Tuningwerkstatt
    o  Firmenich-Obergartzem: Brand einer Auto-Reparatur-Werkstatt

Im Laufe der Zeit wurde das Konzept des Gefahrgutzuges weiterentwickelt. Bedingt durch Personalveränderungen wurde der Standort des GW Mess 1994 nach Palmersheim verlegt. 1996 wechselte die Führung. Aus privaten Gründen quittierte der Zugführer HBM  Wilhelm Keldenich den Dienst. An seiner Stelle übernahmen OBM Armin Lanzrath und BM Michael Hoffmann als sein Stellvertreter die Leitung des Gefahrgutzuges.
In den nun folgenden Jahren wurde verstärkt die Ausbildung eines gesunden Unterbaus an Führungskräften vorangetrieben. Dazu gehörte für mehrere Kameraden der Besuch des F III Lehrganges, der Vorraussetzung ist, um den GSG II und STR II Lehrgang besuchen können. Diese beiden Lehrgänge wiederum sind Vorraussetzung, um Führungspositionen innerhalb des Gefahrgutzuges ausüben zu können.
So wurde Thomas Smarsly 1998 zum weiteren stellvertretenden Zugführer ernannt. Nach dem beruflich bedingten Ausscheiden von Michael Hoffmann kam 2002 Johannes Gebertz als Stellvertreter des Zugführers hinzu. Thomas Smarsly hat zwischenzeitlich den Löschzug 5 der Feuerwehr der Kreisstadt Euskirchen übernommen, so dass seit 2006 Andreas Reitz sein Amt übernommen hat.

Die aktuelle Führungsriege des ABC-Zuges besteht somit aus Armin Lanzrath als Zugführer und seinen Stellvertretern Johannes Gebertz und Andreas Reitz. Unterstützt werden sie von den Gruppenführern „Mess“ Frank Schmitz sowie „Abwehr“ Michael Schmühl und Jens Keute.

Eine Besonderheit gibt es im ABC-Zug Euskirchen noch:

Seit dem Jahr 2000 ist die Löschgruppe Iversheim aus dem Stadtgebiet Bad Münstereifel in den ABC-Zug integriert. Damals fertigte die Löschgruppe unter der Führung von OBM Robert Meier und BI Dieter Schorn in Eigenregie einen Gerätewagen „Nachschub“ (GW-N), der mit Schutzanzügen und Geräten für den GSG-Einsatz bestückt wurde. Aufgrund ihres Interesses am Fachgebiet „Gefahrgut“ und der Teilnahme an GSG- und Strahlenschutzlehrgängen wurden in der Folgezeit regelmäßig gemeinsame Übungen durchgeführt. So wuchs man langsam aber sicher zu einer gut funktionierenden Einheit zusammen und es entstand der ABC-Zug Euskirchen – Iversheim. Seit geraumer Zeit gehören auch Mitglieder der Löschgruppen Kalkar und Eschweiler aus dem Stadtgebiet Bad Münstereifel zum ABC-Zug. Hier wird interkommunale Zusammenarbeit erfolgreich gelebt.

Nach der Fertigstellung des neuen Gerätehauses in Palmersheim wurde der GW-G 2003 ebenfalls zur Löschgruppe Palmersheim überstellt. Dort befindet sich seitdem auch der Treffpunkt des ABC-Zugs Euskirchen – Iversheim.

Zur Zeit umfasst der ABC-Zug ca. 40 ausgebildete Spezialkräfte, die sich jeden ersten Mittwoch eines Monats in Palmersheim zu Übungen oder Winterschulungen treffen (Sommermonate Juli und August sowie Dezember ausgenommen). Interessierte Angehörige der Feuerwehr sind jederzeit herzlich willkommen!

zurück