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Jugendfeuerwehr Löschzug 1

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Ein Wochenende als Berufsfeuerwehr

Das Wochenende vom 10. bis 12. September 2004 wird den Angehörigen der Jugendfeuerwehr des Löschzuges Zentrum aus Euskirchen wohl noch einige Zeit in guter Erinnerung bleiben. An diesem Wochenende hatten die Jugendlichen „Dienst“ auf der Feuerwache 4 in Euskirchen. Die jungen Brandschützer übernachteten auf der Feuerwache und hatten selbstständig für ihre Mahlzeiten zu sorgen. Auch für das Tischdecken, aufräumen und spülen mussten sie nach einem festgelegten Dienstplan selbst sorgen. Und zwischen dem normalen Dienstgeschäft mussten sie auch immer wieder zu diversen Einsätzen ausrücken...
Das Wochenende begann am Freitag gegen 17.00 Uhr mit dem Eintreffen auf der Wache. Zunächst galt es, das Nachtlager aufzuschlagen. Die Jungen bauten ihre Luftmatratzen und Schlafsäcke im Fitnessraum auf. Die Mädchen wurden im Jugendfeuerwehrraum einquartiert. Nachdem alle einen Schlafplatz gefunden hatten, musste das Abendessen zubereitet werden. Auf der Speisekarte standen Nudeln mit Tomatensoße. Nach dem gemeinsamen Abendessen tönte das erste Mal der Alarmgong: Ölspur nahe dem Ortsteil Elsig! Schnell waren die eingeteilten Fahrzeuge besetzt. Der GW-Öl, das LF 16-TS und der ELW 1 des Löschzugs Zentrum rückten aus. Auf einem Feldweg war eine ca. 50 m lange Ölspur zu beseitigen. Die jungen Floriansjünger machten ihre Aufgabe sehr gut, so dass nach ca. einer halben Stunde die Rückmeldung „Ölspur abgestreut, der Zug rückt ein“ gegeben werden konnte.
Kaum auf der Wache angekommen schallte auch schon wieder der Alarmgong durch die Wache. Das Einsatzstichwort lautete diesmal: „Gartenlaubenbrand“. In Windeseile waren das LF16/12 und das LF16-TS besetzt. Nun ging es in den Billiger Wald. Dort, in der sogenannten Nike-Stellung, einem Übungsgelände der Bundeswehr, war eine Gartenlaube in Brand geraten. Diese grenzte unglücklicherweise an eine große Lagerhalle. Doch auch dieser Einsatz wurde hervorragend von den jungen Brandschützern gemeistert. Die Besatzung des LF16/12 kümmerte sich um die Brandbekämpfung und die Besatzung des LF16-TS übernahm die Kühlung der Lagerhalle. Nach kurzer Zeit konnte die Leitstelle die Rückmeldung „Feuer unter Kontrolle“ und kurze Zeit danach „Feuer aus, Aufräumarbeiten“ protokollieren. Nachdem die Fahrzeuge wieder auf der Wache angekommen waren, wurden sie von den Besatzungen vorschriftsmäßig wieder bestückt. Anschließend hieß es für die acht Jungen und vier Mädchen: Nachtruhe!
Um 07.30 Uhr am Samstagmorgen war die Nachruhe jedoch vorbei. Um 8.00 Uhr sollte das Frühstück auf dem Tisch stehen, so dass sich das dafür eingeteilte Personal um die Vorbereitung kümmern musste. Nach einem ausgiebigen Frühstück stand Fahrzeugpflege auf dem Dienstplan. Mit Schlauch, Eimer und Schwamm bewaffnet, wurden die beiden LF 16 auf Vordermann gebracht. Gerade als die letzte Scheibe geputzt war, hörte man schon wieder die nächste Durchsage des Wachhabenden: „Brandmeldeeinlauf Kreisverwaltung“. Schnell ging es in die Umkleidekabine, um die fehlenden Ausrüstungsgegenstände zu holen und anschließend fuhren LF16-TS und ELW 1 in Richtung Kreisverwaltung. Doch wie im richtigen Leben, mussten die Blauröcke bei ihrer Ankunft feststellen, dass es sich bei dem Brandmeldeeinlauf um einen falschen Alarm handelte. Ein Rauchmelder war verdreckt und hatte den Alarm ausgelöst. Doch da man sich zufällig auf der Kreisverwaltung befand, konnten die Jugendlichen die neue Kreisleitstelle besichtigen. Bei der Führung erfuhren die Mitglieder der Jugendfeuerwehr viel über die Technik der Leitstelle sowie über den kompletten Ablauf von Eingang des Notrufs, Alarmierung der Rettungsmittel bis hin zur Anforderung von Betten in Spezialkliniken.
Nach der Besichtung mussten sich jungen Wehrmänner und –frauen erst einmal stärken. Rührei mit Speck und Zwiebeln stand auf dem Speiseplan. Gerade fertig mit spülen des Geschirrs und aufräumen der Küche, war auch schon wieder der Gong zu hören. In der Gehörlosenschule war in einem Klassenraum ein Feuer ausgebrochen und ein Schüler wurde noch vermisst. Mit dem TLF 16/25 und dem LF 16-TS wurde die Einsatzstelle angefahren. Die Besatzung des TLF rüstete sich sofort mit schweren Atemschutz aus und übernahm die Rettung der vermissten Person. Natürlich handelt es sich bei den Atemschutzgeräten nur um Attrappen was aber „Realitätsnähe“ des Einsatzes keinen Abbruch tat. Der betreffende Raum war komplett verraucht, aber schon nach kurzer Zeit meldete der Angriffstrupp, dass er die Person gefunden habe und eine Trage benötige. Ein zweiter Angriffstrupp kümmerte sich um den Verletzten während der erste Angriffstrupp die „Brandbekämpfung“ übernahm.
Nach diesem Einsatz stand die Vorbereitung eines Grillnachmittags auf dem Programm. Die Eltern des Nachwuchses der Euskirchener Feuerwehr waren zu einem Elternnachmittag mit gemeinsamen Grillen eingeladen. Nach dem Eintreffen der Eltern und einer kurzen Ansprache von Jugendfeuerwehrwart Jens Keute und dem Zugführer des Löschzugs Zentrum Franz-Josef Floß konnten sich alle zunächst einmal bei Würstchen, Steaks und Salaten etwas stärken und entspannen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Betreuer der Jugendfeuerwehr des Löschzugs 1 wohl eher eine kleine Erholungspause nötig als ihre Schützlinge.
Nachdem alle ihren Hunger und Durst gestillt hatten, war mal wieder der schon bekannte Alarmgong zu hören. Ein Fahrzeug war auf dem Bauhof, der sich gegenüber der Feuerwache befindet, in Brand geraten. Kurze Zeit später waren alle in Richtung Bauhof unterwegs: die Eltern zu Fuß und die Jugendlichen im LF 16/12 und ELW 1. Hier konnten nun die Jungen und Mädchen ihren Eltern zeigen, was sie gelernt haben. Der erste Angrifftrupp ging mit einem C-Rohr zur Brandbekämpfung vor. Da sich das brennende Fahrzeug in der Nähe eines Vordaches befand, musste ein zweiter Angriffstrupp die Kühlung des Daches sicherstellen. Der Abschluss dieses Einsatzes wurde von den „Schaulustigen“ mit Applaus gewürdigt.
Nachdem die Eltern die Heimreise angetreten hatten und die Fahrzeughalle wieder aufgeräumt und gereinigt war, konnten alle Beteiligten (vor allem die Betreuer...) sich eine längere Erholungspause gönnen.
Die Ruhe war jedoch um 21.30 Uhr vorbei. Auf dem Gelände der Auelsburg war ein Teilnehmer einer Jugendfreizeit „verloren gegangen“. Das Einsatzstichwort lautete also „Personensuche“. Nach einer kurzen Besprechung an der Einsatzstelle wurden kleine Suchtrupps gebildet. Diese durchstreiften das Gelände der Auelsburg auf der Suche nach dem vermissten „Patrick“. Nach knapp einer halben Stunde konnte ein Suchtrupp bereits „Person gefunden“ melden. Nachdem sich alle Suchtrupps wieder an den Fahrzeugen gesammelt hatten, rückte der Zug geschlossen wieder ein.
Aufgrund der vorgerückten Stunde war nun auch bald wieder Nachtruhe angesagt. Doch auch die zweite Nacht verlief ohne Zwischenfälle. Nach einem gemeinsamen Frühstück am Sonntagmorgen galt es nun, die Spuren vom Wochenende zu beseitigen. Aber auch hier packten wieder alle gemeinsam an, so dass um 11.00 Uhr das erste BF-Wochenende der Jugendfeuerwehr des Löschzugs Zentrum beendet wurde.
An dieser Stelle möchte sich die Jugendfeuerwehr Löschzug Zentrum nochmals bei allen bedanken, die zum guten Gelingen dieses Wochenendes beigetragen haben.
Als Fazit dieses Wochenendes können wir sagen: Viel Spaß für alle Beteiligten und unbedingt zur Nachahmung empfohlen.

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