Im Frühjahr 1995 wurde auf Initiative von Guido Brock und Christoph Schmitz die Jugendfeuerwehr des Löschzuges Zentrum ins Leben gerufen. Die interessierten Jugendlichen, bei denen es sich überwiegend um Söhne von Feuerwehrangehörigen handelte, trafen sich in der Anfangszeit in unregelmäßigen Abständen. Bei den Übungsabenden wurde, durch die Interessen der Mitglieder, zunächst einmal die feuerwehrtechnische Ausbildung in den Vordergrund gestellt. Die offizielle Jugendfeuerwehrbekleidung gab es anfangs natürlich noch nicht, so dass sich die jungen Brandschützer mit ausgedienter Schutzkleidung der Einsatzabteilung zufrieden geben musste. Aber da es den Jugendlichen um die Sache ging, war die Kleiderordnung erst einmal nebensächlich.
Im Laufe der Zeit wurde die Gruppe selbstverständlich mit dem Jugendfeuerwehr-Anzug der Deutschen Jugendfeuerwehr ausgestattet, so dass sie sich nun mit Fug und Recht auch „Blauröcke“ nennen durften. Auch die Übungsabende wurden jetzt regelmäßig abgehalten und außerdem beschränkte sich die Ausbildung nun nicht mehr nur auf die Feuerwehrtechnik, sondern es wurde auch allgemeine Jugendarbeit durchgeführt. Als nach einiger Zeit Christoph Schmitz leider als Betreuer nicht mehr zur Verfügung stand, fand sich in Uwe Schmitz ein engagierter und kompetenter Nachfolger.
Im Mai 1996 veranstaltete die Löschgruppe Palmersheim zum ersten Mal ihren Freundschaftswettbewerb. Auch hier war die Jugendfeuerwehr des Löschzugs Zentrum mit dabei und konnte auf Anhieb den 1. Platz belegen. So auch in den nachfolgenden 2 Jahren, so dass im Jahre 1998, der von Stadtbrandmeister Pesch gestiftete Wanderpokal, in den Besitz der jungen Feuerwehrmänner des Löschzuges 1 überging.
Mittlerweile hatte sich auch im Löschzug 2 und Löschzug 4 der Freiwilligen Feuerwehr eine Jugendgruppe gebildet. Zusammen mit diesen beiden Löschzügen wurde im Sommer 1996 das erste Zeltlager der Jugendfeuerwehr Euskirchen an der Steinbachtalsperre in Euskirchen-Kirchheim durchgeführt. Hier standen nicht nur Freizeitaktivitäten wie z.B. Fußball und eine Nachtwanderung auf dem Programm. Der Umweltschutz war das eigentliche Hauptthema des Zeltlagers und deshalb befreite die Jugendfeuerwehr den Flamersheimer Wald vom Unrat, der sich im Laufe der Jahre dort angesammelt hatte.
Als im Jahre 1997 auch der zweite Initiator der Jugendfeuerwehr, Guido Brock, aus beruflichen Gründen das Amt des Jugendfeuerwartes leider nicht mehr wahrnehmen konnte, reihte sich Michael Blankenheim in die Riege der Betreuer ein.
Mittlerweile waren auch weibliche Mitglieder zur Jugendfeuerwehr hinzugekommen. Die gemeinsamen Aktivitäten waren z.B. der Besuch bei der Berufsfeuerwehr Bonn, Spiele- und Videoabende und weiterhin die feuerwehrtechnische Ausbildung in Theorie und Praxis. Für die Ausbildung nutzt die Jugendfeuerwehr das LF16-TS des Löschzugs Zentrum. Wird einmal ein Transportfahrzeug benötigt, so steht auch noch der ELW 1 zur Verfügung.
Im Frühjahr 1998 stieß noch Jens Keute zu den beiden Betreuern hinzu, der schon früher in Hessen in der Jugendarbeit der Feuerwehr sehr aktiv wahr. Im Sommer des gleichen Jahres fand dann das zweite gemeinsame Zeltlager der Jugendfeuerwehr Euskirchen unter Beteiligung aller 5 Züge in Kreuzberg an der Ahr statt. Hier lag der Schwerpunkt auf einer Rallye rund um den Nürburgring. Von den startenden Gruppen mussten verschiedene Geschicklichkeitsspiele absolviert werden. Ferner waren auch Fragen zu Feuerwehrtechnik, Umwelt, Allgemeinwissen und dem Nürburgring zu beantworten.
Die Jugendfeuerwehr des Löschzugs Zentrum entsandte im August 1999 als erste Jugendfeuerwehr im Stadtgebiet eine Gruppe, um die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr zu erwerben. Hierbei handelt es sich um die höchste Auszeichnung, die man als Jugendfeuerwehrmitglied erlangen kann. Es gilt, eine fünffache Leistung als Gruppe zu erbringen. Es steht ein Staffellauf, Kugelstoßen, ein Löschangriff nach FwDV 4, das Verlegen einer Schlauchleitung als Schnelligkeitsübung und ein theoretischer Teil auf dem Programm. Bei dieser Veranstaltung muss die Gruppe den Leitsatz „Einer für alle – alle für einen“ wirklich beherzigen. Aber alle Teilnehmer des Löschzugs Zentrum konnten mit der Leistungsspange am Revers aus Hennef im Rhein-Sieg Kreis nach Hause zurückkehren.
Leider verabschiedete sich in 1999 Michael Blankenheim aus beruflichen Gründen aus dem Kreis der Betreuer. Doch in jenem Jahr gab es nicht nur traurige Neuigkeiten. Durch die noch vorhandenen Beziehungen nach Hessen, wurde im Jahr 1999 durch Jugendfeuerwehrwart Jens Keute, der mittlerweile auch stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart von Euskirchen geworden war, ein Besuch der Jugendfeuerwehr Frankenau (Hessen) initiiert. Im Herbst waren dann die jungen Kameraden aus Frankenau für ein Wochenende zu Gast bei der Jugendfeuerwehr des Löschzugs Zentrum. Freitags fand ein Spieleabend statt und samstags besuchten die beiden Jugendfeuerwehren gemeinsam das Phantasialand in Brühl. Nach dem gemeinsamen Frühstück am Sonntag fuhren dann die Jungen und Mädchen zurück in ihr Heimatstädtchen nach Hessen. Im Juni 2001 steht der Gegenbesuch in Frankenau ins Haus wobei u.a. auch ein gemeinsamer Besuch des Freizeitparks „Fort Fun“ geplant ist.
Die Jugendfeuerwehrwarte der Löschzüge 1,2 und 3 entschlossen sich im Jahr 2000, eine gemeinsame Gruppe für die Leistungsspangenabnahme in Wermelskirchen aufzustellen. Denn nur wer zwischen 15 und 18 Jahre alt ist, hat die Möglichkeit - nach erfolgreicher Absolvierung der fünf Disziplinen - die Leistungsspange verliehen zu bekommen. Da aber jeder einzelne Zug nicht über genügend Jugendliche mit diesen Voraussetzungen verfügte, war es das Naheliegendste, eine gemeinsame Gruppe aufzustellen. Aber auch diese Gruppe konnte stolz auf ihre Leistung sein und so dürfen nun alle fortan die Leistungsspange an ihrer Uniform tragen.
Da der bisherige Stadtjugendfeuerwehrwart Rolf Spilles sein Amt aus zeitlichen Gründen nicht mehr weiterführen konnte, musste im November 2000 ein Nachfolger gefunden werden. Sein Stellvertreter Jens Keute wurde daraufhin für diesen Posten vorgeschlagen und vom Stadtbrandmeister in dieses Amt eingesetzt. Bereits 2 Monate zuvor war der Kamerad des Löschzugs Zentrum zum stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart gewählt worden.
An dieser Stelle möchte ich mich beim Vorstand des Löschzugs Zentrum bedanken, der uns in jeder erdenklichen Weise unterstützt. Ferner gilt mein Dank allen Förderern und Freunden unserer Jugendfeuerwehr. Dem Löschzug Zentrum wünsche ich alles Gute für die Zukunft, auf dass es auch noch weitere 125 Jahre heiße „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr!“