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Löschzug 1

 

LZ 1


Wie überall im Land, so formierten sich auch in Euskirchen engagierte Bürger in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer Institution, die sich den Schutz ihrer Mitbürger vor Feuersgefahr und sonstigem Unheil auf die Fahne geschrieben hatte.

1876 war es, als sie gegründet wurde: die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Euskirchen. Sie genoss alsbald großes Ansehen in der Bevölkerung, stellte ihre Schlagkraft oftmals unter Beweis und war auch vor Rückschlägen nicht gefeit; 1899 löste sich sich kurzzeitig auf, um sich bald darauf neu zu formieren. Dieses Jahr 1899 geisterte lange Zeit als Gründungsjahr durch die Annalen; 1924 und 1949 wurden fälschlicherweise entsprechende Jubiläen gefeiert.

Ansonsten nahm die Entwicklung der Wehr einen ähnlichen Verlauf wie in den Nachbarstädten und im ganzen Lande. Eine innovative Geräteindustrie entwickelte ständig neue Gerätschaften gegen den roten Hahn, Dampffeuerspritzen lösten ihre muskelkraftbetriebenen Vorgänger ab, der Verbrennungsmotor begann seinen Siegeszug auch bei der Feuerwehr und ersetzte zudem die Feuerwehrpferde - alles detailliert nachzulesen in unserer Chronik.

Die unseligen Weltkreige forderten ihren Aderlass auch in den Reihen der Feuerwehr, doch sie wäre nicht die Feuerwehr, wenn sie nicht aus Ruinen einen Neubeginn vollzogen hätte. Schon bald nach dem 2. Weltkrieg war die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt, die 1937 erbaute Feuerwache repariert, Fahrzeuge, Geräte und Schlauchmaterial sowie persönliche Ausrüstung in brauchbarem Zustand.

In den 50er und 60er Jahren, während des Nachkriegs-Wirtschaftswunders wurde aufgerüstet, neue Fahrzeuge beschafft und die Ausstattung stetig verbessert. Schon seit 1965 schweigen die Sirenen, werden die Feuerwehrmänner/-frauen per Funk alarmiert! Damals wie heute ist sich die Kreisstadt Euskirchen als Feuerschutzträger ihrer Verantwortung bewusst. Ein rühriger Feuerwehrausschuss "versorgte" die Wehr stets mit allem Notwendigen.

Für ihre Schlagkraft und gute Ausbildung bekannt, wurde die Feuerwehr Euskirchen oftmals im gesamten Kreisgebiet eingesetzt; war doch das TLF 15 lange Zeit das einzige Tanklöschfahrzeug weit und breit. Auch die 1963 beschaffte DL 30 h ging oft mit Blaulicht "auf Tournee" bis hin nach Lechenich im heutigen Rhein-Erft-Kreis.

Während unser Land heute flächendeckend mit modernen Feuerwehrfahrzeugen versorgt ist, waren es die Fahrzeuge und Mannschaften der Feuerwehr Euskirchen, die bis in die 70er Jahre das Gros der Einsätze im weiten Umkreis ableisteten.

1969 erfolgte im Zuge der sogenannten Kommunalen Neuordnung eine Umorganisation der Feuerwehr. Zahlreiche Gemeinden waren zu sogenannten Ortsteilen der neuen Kreisstadt Euskirchen eingemeindet worden, nicht immer zur Freude der Bewohner und teils gegen heftigen Widerstand.

Die Feuerwehr der Kreisstadt Euskirchen war schlagartig gewachsen, hatte 19 Ortsteile mit eigenen Feuerwehren an Zuwachs bekommen.

Um es vorwegzunehmen: Es war kein leichtes Unterfangen, all die bis dato eigenständigen Wehren mit insgesamt fast 400 Mitgliedern unter einen Hut zu bringen, aber es gelang. Aufgeteilt in 5 Löschzüge, bis auf den Löschzug 1 zusammengestellt aus mehreren Ortsteilen, bestens ausgerüstet und qualifiziert geführt, bilden sie heute schlagkräftige Einheiten, die autark eingesetzt und bei Bedarf zusammengezogen werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Euskirchen, Urzelle und Namensgeberin, wurde zu einem Teil des Ganzen und firmiert seit 1969 als Löschzug 1, auch Löschzug Zentrum genannt.

Nachdem in den 70er Jahren eine 7-ständige Fahrzeughalle an die alte Feuerwache von 1937 angebaut worden war, erwies sich alsbald auch diese Lösung als unzureichend. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstand dann die 1995 bezogene Feuerwache. 10 Stellplätze, Waschhalle, Schlauchpflege, Funk- und Atemschutzwerkstatt, zentrale Werkstatt, Funkzentrale, Schulungsraum... kurzum, die Heimstatt des Löschzuges 1 und zugleich zentrale Anlaufstelle für alle anderen Einheiten zwecks Ausrüstung und Ausbildung. Seit einigen Jahren wird die Feuerwache zudem tagsüber von hauptamtlichen Kräften "bewohnt". Im sogenannten Euskirchener Modell (von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr) sorgen sie für den ersten Abmarsch und Zugriff mit HLF und TLK.

Eine wertvolle Entlastung für die Mitglieder des Löschzuges 1, die nicht mehr für kleinere bis mittlere Einsätze ihren Arbeitsplatz verlassen müssen.

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