Einwohnerzahl Euskirchen: 61.100 (2024) - Löschzüge: 5 - Standorte: 19 - Einsatzkräfte: 450

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Zwei Waldbrände fordern Einsatzkräfte bei extremer Hitze

Der 14. August 2026 stellte die Feuerwehren im Kreis Euskirchen vor außergewöhnliche Herausforderungen. Temperaturen von deutlich über 37 Grad Celsius, eine bereits seit Tagen hohe Brandgefahr und die zusätzliche Belastung durch Brandrauch und Brandgeruch infolge des Großbrandes im Hürtgenwald sorgten für eine äußerst angespannte Einsatzlage.

Während die Einsatzkräfte bereits unter diesen besonderen Bedingungen arbeiteten, kam es am späten Nachmittag zu zwei größeren Waldbränden im Stadtgebiet Euskirchen.

Waldbrand in Schweinheim

Gegen 17:47 Uhr wurde zunächst ein Waldbrand in der Ortslage Schweinheim gemeldet. Auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern hatte sich das Feuer ausgebreitet.

Rund 55 Einsatzkräfte waren an den umfangreichen Löscharbeiten beteiligt. Im Einsatz waren unter anderem die Löschgruppe Flamersheim, der Löschzug 3, der Tagesalarm, die hauptamtliche Wache, Sonderkraftfahrzeuge der Feuerwehr Euskirchen sowie Kräfte der Feuerwehr Rheinbach.

Besonders wertvolle Unterstützung erhielten die Feuerwehren durch örtliche Landwirte. Mit Tanklastzügen und Aufliegern führten sie große Mengen Löschwasser an die Einsatzstelle. Dadurch konnte die Wasserversorgung entscheidend verbessert und die Brandbekämpfung erheblich unterstützt werden.

Auch ein Getränkehändler aus der Ortslage Flamersheim versorgte die Feuerwehrleute unaufgefordert mit Getränken und leistete damit angesichts der extremen Temperaturen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Einsatzkräfte.

Der Rettungsdienst befand sich ebenfalls vor Ort, um die Feuerwehrangehörigen bei den außergewöhnlichen körperlichen Belastungen abzusichern.

 

Fast zeitgleich: weiterer Waldbrand in Flamersheim in der Nähe der Burg Ringsheim

Noch während der Einsatz in Schweinheim lief, wurde gegen 19:00 Uhr ein weiterer Waldbrand in der Ortslage Flamersheim gemeldet. Was zunächst nach einem weiteren örtlich begrenzten Brand aussah, entwickelte sich zu einem umfangreichen Einsatz. Insgesamt brannte später eine Fläche von rund 1,6 Hektar.

Neben der Feuerwehr Rheinbach wurden zahlreiche weitere Einheiten aus Euskirchen alarmiert. Im Einsatz waren unter anderem Kräfte der Löschzüge 2, 3, 4 sowie Einsatzkräfte aus Euenheim, Elsig, der Tagesalarm, Wisskirchen, Weidesheim, Kreuzweingarten-Rheder-Billig, Frauenberg, Dom-Esch und Arloff. Zusätzlich wurden Kräfte der Feuerwehr Weilerswist hinzugezogen.

Eine besondere Unterstützung stellte erneut die Drohneneinheit der Feuerwehr ( UAS ) dar. Mit Luftaufnahmen konnte das Brandgeschehen aus der Vogelperspektive überwacht werden. Die gewonnenen Bilder ermöglichten der Einsatzleitung, das Ausmaß des Brandes und die Entwicklung der Brandflächen jederzeit besser einzuschätzen und die Einsatzmaßnahmen entsprechend anzupassen.

Im weiteren Einsatzverlauf wurden zusätzliche technische Kräfte und Fahrzeuge eingesetzt. Radlader und Bagger öffneten den Waldboden, um verborgene Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Ein Landwirt unterstützte die Einsatzkräfte zudem mit einem leistungsstarken Arbeitsgerät beim Anlegen von Brandschneisen.

Zur Ausleuchtung der Einsatzstelle wurde später das Technische Hilfswerk hinzugezogen.

Auch das Deutsche Rote Kreuz unterstützte die Einsatzkräfte und versorgte sie mit Wasser, Kaffee und Lebensmitteln.

 

Mehr als 50.000 Liter Wasser durch Landwirte

Eine herausragende Unterstützung kam erneut aus der Landwirtschaft. Mehr als 50.000 Liter Wasser wurden durch Landwirte, teils aus Nachbarkreisen, zur Einsatzstelle transportiert – unter anderem mit Tanklastzügen und Aufliegern.

Diese Hilfe war bei den hohen Temperaturen und der schwierigen Wasserversorgung im Wald von unschätzbarem Wert. Die schnelle und unkomplizierte Unterstützung durch die Landwirte hat die Löscharbeiten erheblich erleichtert und damit einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Brandbekämpfung geleistet.

Einsatzkräfte an der Belastungsgrenze

Insgesamt waren bei dem Waldbrand in Ringsheim mehr als 121 Feuerwehrkräfte im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten bis weit in die Nacht hinein.

Für die Einsatzkräfte bedeutete dieser Einsatz eine außergewöhnliche körperliche und psychische Belastung. Arbeiten unter schwerem Atemschutz beziehungsweise in vollständiger Schutzausrüstung, hohe Außentemperaturen, intensive Wärmeentwicklung, Rauch und die körperlich äußerst anstrengenden Arbeiten im unwegsamen Gelände forderten den Einsatzkräften alles ab.

Hinzu kam die besondere Gesamtsituation: Während in der Region weiterhin mehrere größere Brände bekämpft werden, müssen Feuerwehren gleichzeitig auf weitere Einsatzlagen vorbereitet bleiben.

Die Einsatzkräfte sind dabei buchstäblich an die Grenzen des Leistbaren gegangen. Umso wichtiger waren die zahlreichen Unterstützungsleistungen aus der Bevölkerung und von den beteiligten Organisationen.

Angespannte Lage in der gesamten Region

Die Waldbrände ereigneten sich vor dem Hintergrund einer außergewöhnlich angespannten Brandlage. Neben den Einsatzstellen in Schweinheim und Ringsheim beschäftigen derzeit unter anderem der Großbrand im Hürtgenwald sowie weitere Brände im Bereich des Hohen Venns und in der Nähe des Nürburgrings die Einsatzkräfte.

Brandrauch und Brandgeruch sind vielerorts wahrnehmbar. Die Feuerwehren der Region stehen angesichts der anhaltenden Hitze, der Trockenheit und der Vielzahl von Einsatzstellen vor einer enormen Herausforderung.

Auch Pressevertreter begleiteten den Einsatz und informierten sich vor Ort über die Situation und die Belastung der Einsatzkräfte.

Dank an alle Helferinnen und Helfer

Die Feuerwehr Euskirchen bedankt sich ausdrücklich bei allen Einsatzkräften, dem Getränkehändler aus Flamersheim, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr Rheinbach und allen weiteren beteiligten Feuerwehren und Organisationen die unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen ihren Dienst geleistet haben.

Ein ganz besonderer Dank gilt den Landwirtinnen und Landwirten, die mit ihren Fahrzeugen und Maschinen unmittelbar bei der Brandbekämpfung geholfen und mehr als 50.000 Liter Wasser an die Einsatzstellen gebracht haben. Ihre Unterstützung war gerade bei den Waldbränden von unschätzbarem Wert.

Dieser Einsatz hat einmal mehr gezeigt, was möglich ist, wenn Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Technisches Hilfswerk, Landwirtschaft, Gewerbe und Bevölkerung zusammenstehen.

Für die Feuerwehr Euskirchen bleibt auch in dieser angespannten Lage das Wichtigste: Menschen schützen, Brände bekämpfen und gemeinsam dafür sorgen, dass alle Einsatzkräfte sicher wieder nach Hause kommen.