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Flutkatastrophe in Euskirchen

Die folgenschwere Hochwasserkatastrophe, die in den Mittagsstunden des 14. Juli 2021 ihren Anfang nahm, hat die Feuerwehr Euskirchen nicht nur in ihrer Gesamtheit voll und ganz eingebunden, sondern auch schwer getroffen und bis zum 25. Juli in allen Belangen gefordert. Während der Zuspitzung der Lage in den Abendstunden des 14. Juli waren alle Kräfte der Euskirchener Feuerwehr im Einsatz und kämpften gegen die immer weiter anschwellenden Fluten. Vor allem in den Ortschaften Euenheim und Schweinheim spitzten sich die Ereignisse dramatisch zu, sodass in den späten Abendstunden die Nachricht die Einsatzleitung aus Schweinheim ereilte, dass eine komplette Löschgruppe mitsamt ihrem Löschfahrzeug von den Fluten eingeschlossen sei. Hilfe von außen oder aber Funkkontakt konnte nicht mehr hergestellt werden.

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(Foto: Daniel Schwarz) Das Bild entstand in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli in Wüschheim im Unterdorf um 03:45 Uhr und zeigt Wehrleute Wüschheims, die in der Schaufel eines Traktors stehend nach Menschen in Not Ausschau halten. Die Traktoren der heimischen Landwirte konnten noch in die Wassermassen hineinfahren. 

Mit dem heraufziehenden Taglicht des 15. Juli wurde das Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Die eingeschlossenen Wehrleute in Schweinheim konnten gerettet werden, das Löschfahrzeug aber war, wie 12 andere Groß- und Kleinfahrzeuge der Euskirchener Feuerwehr auch, verloren. Im Laufe der kommenden Tage konnten einige geborgen und wenige unmittelbar wieder einsatzbereit gemacht werden.Die Bewältigung der Herausforderungen am Tage der Flut und dem darauffolgenden Zeitraum wären ohne die Hilfe sowohl von außerhalb durch Hilfsorganisationen als auch innerhalb Euskirchens von ziviler Seite nicht möglich gewesen. Da, wo Kräfte der Wehr weder zu Fuß noch mit Fahrzeugen zu eingeschlossenen Menschen vordringen konnten, halfen Radlader und Traktoren von Baufirmen und Landwirten. Feuerwehren aus verschiedensten Teilen Deutschlands die zum Teil bereits in der Flutnacht im Euskirchener Stadtgebiet eintrafen sowie Kräfte des THW, des DRK, MHD, ASB, Wasserrettungszüge,  Wasserförderzüge, Logistik- sowie Einsatzeinheiten, die DLRG und der Bundespolizei, welche Mittwochnacht mit einem Technikzug ausgestattet mit Booten und Telekommunikation half, unternahmen alles Menschenmögliche um Menschen aus ihrer Notlage zu befreien.Die Sorge vor der Katastrophe nach der Katastrophe - dem Brechen des Dammes der Steinbachtalsperre nämlich – sollte das Handeln aller Menschen in den betroffenen Gebieten maßgeblich beeinflussen. Um Vorsorge zu treffen, wurden alle Ortschaften im Fließgebiet der Steinbach evakuiert. Vereine und Zivilpersonen stemmten einen erheblichen Teil der Arbeit rund um die Versorgung der Evakuierten in den Notlagern. Mit dem Aufheben der Evakuierungsmaßnahmen am 20. Juli entspannte sich die Lage zusehends – beendet war sie aber noch lange nicht. Und auch heute noch wirken die Ereignisse nach und beschäftigen die Schäden der Flut die Feuerwehr Euskirchen.

Die Feuerwehr Euskirchen dankt allen Unterstützern und Helfern, auch denen, die hier nicht namentlich genannt sind und wünscht, dass wir weiter zusammenhalten und gestärkt aus der Katastrophe hervorgehen.       

Geschrieben von Pressebetreuer Feuerwehr Euskirchen - Daniel Schwarz am Montag 6. September 2021