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Übung der Feuerwehr Bad Münstereifel und der Teileinheiten „Dekon“ und „Messen“ des ABC-Verbands Kreis Euskirchen

Am Samstag, den 28.01.2017 fand bei der Fa. Peter Greven in Bad Münstereifel eine Übung der o.g. Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren statt.

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Auf der Freifläche vor den Hallen 14 und 15 wurde folgende Übungslage dargestellt:

Beim Entladen eines LKW mit Plane / Spriegel-Aufbau wurde festgestellt, dass ein 1.000 Liter fassender IBC im vorderen Bereich der Ladefläche eine Leckage hatte. Beim Versuch, den IBC zugänglich zu machen, fiel ein weiterer IBC von der Staplergabel und schlug ebenfalls leck. Bedingt durch die auslaufenden Flüssigkeiten wurde der LKW-Fahrer verletzt und konnte durch den Staplerfahrer nicht ohne eigene Gefährdung gerettet werden.

Daraufhin betätigte der Staplerfahrer einen Druckknopfmelder der Brandmeldeanlage und alarmierte auf diesem Weg die Feuerwehr.

Mitarbeiter der Fa. Greven schlossen umgehend die Löschwasser-Rückhalteeinrichtungen, um das Eindringen der auslaufenden Flüssigkeiten in die Erft zu verhindern. Weiterhin holten sie die Ladepapiere des LKW aus dem Büro und hielten diese für die Feuerwehr bereit.

Entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehr Bad Münstereifel werden bei diesem Stichwort, der Löschzug 1, bestehend aus den Löschgruppen Arloff, Eschweiler, Iversheim und Kalkar, die Löschgruppe Bad Münstereifel sowie ein Einsatzleitfahrzeug und die Leitung der Feuerwehr alarmiert. Bei der Übung wurde jedoch zunächst „nur“ der Löschzug 1 alarmiert.

Die ABC-Kräfte waren im Vorfeld der Übung über den Termin informiert worden und standen in vorgegebenen Bereitstellungsräumen. Da die Löschgruppen Iversheim und Kalkar ebenfalls zu den ABC-Kräften zählen und somit nicht am Standort verfügbar waren, traf die Löschgruppe Arloff nach einigen Minuten als erste an der „Einsatzstelle“ ein.

Nach der Fahrzeugaufstellung und der ersten Erkundung durch den Gruppenführer wurde der Gefahrenbereich abgesperrt und ein Angriffstrupp mit umluft-unabhängigen Atemschutzgeräten ausgerüstet. Dieser ging umgehend zur Menschenrettung in den Gefahrenbereich vor und brachte die verletzte Person an die Absperrgrenze. Parallel wurde eine Not-Dekonstelle errichtet, um die verletzte Person, aber auch die eigenen Kräfte des Angriffstrupps vor dem Verlassen des Gefahrenbereichs grob zu reinigen. Weiterhin wurden durch den Gruppenführer in Absprache mit dem zwischenzeitlich eingetroffenen Zugführer die Kräfte des ABC-Verbands nachgefordert.

Einige Minuten später trafen der ABC-Messzug und der ABC-Dekonzug ein. Die Zugführer informierten sich über die Einsatzlage und legten die Aufstellfläche für die Fahrzeuge fest. Zur genauen Erkundung der Lage ließ der Zugführer Messen einen Trupp mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) ausrüsten, der anschließend in den Gefahrenbereich vorging und Informationen über die Situation vor Ort und die beteiligten Chemikalien an den Gerätewagen Messtechnik (GW-Mess) übermittelte. Dort wurden die Stoffeigenschaften sowie die erforderlichen Schutz- und Abwehrmaßnahmen mit Hilfe der Sicherheitsdatenblätter und der mitgeführten Nachschlagewerke ermittelt. Es handelte sich um Ameisensäure und Schwefelsäure, die in den IBC durch Wasser dargestellt wurden.

Es wurde eine erweiterte Dekonstelle mit Schwarz- und Weißbereich aufgebaut, in der drei Einsatzkräfte gleichzeitig dekontaminiert werden konnten. Dazu wurde der Abrollbehälter AB-V-Dekon in Stellung gebracht und zwei Einpersonen-Duschzelte aufgebaut, mit warmem Reinigungswasser versorgt sowie Leitungen und Behälter zum Auffangen des Schmutzwassers verlegt. Somit war die Reinigung der Einsatzkräfte, die aus dem Gefahrenbereich zurückkamen, gesichert.

Aufgrund einer Terminüberschneidung konnte der ABC-Abwehrzug mit dem Abrollbehälter AB-Umwelt nicht an der Übung teilnehmen. Deshalb mussten die Kräfte der Messeinheit auch die Abwehr-Aufgaben übernehmen. Bereits der o.g. erste Trupp unter CSA konnte den IBC hinter dem LKW auf dem Boden durch einen Kunststoffkegel weitgehend abdichten. Schwieriger war jedoch die Situation auf der Ladefläche des LKW. Hier war das Abdichten des Behälters zunächst nicht möglich. Es wurde daher versucht, die austretende Flüssigkeit aufzufangen. Bedingt durch die engen Platzverhältnisse auf der Ladefläche gelang dies jedoch auch nur bedingt. Letztlich wurden die ICB auf der Ladefläche mit einem Hubwagen so zur Seite gestellt, dass die Leckage zugänglich wurde und mit Keilen in unterschiedlichen Größen und Formen sowie einem klebenden Dichtungsband abgedichtet werden konnte.

Ein weiterer Angriffstrupp unter CSA führte noch Schadstoff-Messungen mit Prüfröhrchen und pH-Testpapier durch. Dazu wurden Proben der Chemikalien in kleinen Mengen bereitgehalten, an denen unter Aufsicht die Messungen vorgenommen wurden. Anschließend wurden (fiktiv) noch die bereits ausgetretenen Flüssigkeiten so weit wie möglich mit Chemikalien-Bindemittel abgedeckt und aufgenommen.

Nach Abschluss ihrer Maßnahmen gingen die Trupps zur Dekonstelle, wo sie zunächst die mitgeführten Geräte ablegten. Dann wurden im Schwarzbereich der Dekonstelle zuerst die Stiefel und dann der gesamte Schutzanzug unter Einsatz von Wasserbrausen und Bürsten gereinigt. Dazu stand ein Dekon–Trupp bereit, der ebenfalls durch Schutzanzüge gegen Kontamination geschützt war. Im nächsten Schritt legte der Angriffstrupp die CSA ab und konnte dann die Einsatzstelle über den Weissbereich der Dekonstelle verlassen.

Zum Abschluss der Übung gab es noch eine kurze Nachbesprechung mit den Führungskräften. Dabei waren sich alle einig, dass die Übung sehr gut verlaufen ist, auch wenn einige Punkte offen gelegt wurden, die noch verbessert werden können. Die Übungsziele, d.h. die Erprobung der Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten und die Beseitigung der Gefahrenlage, wurden in jedem Fall erreicht.

Wir Feuerwehrkräfte bedanken uns ganz herzlich bei der Geschäftsleitung der Fa. Greven und den o.g. Mitarbeitern, dass wir eine derartige Übung auf dem Werksgelände absolvieren durften. Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie am Samstagnachmittag Ihre Werkstore für uns öffnen und uns eine realistische Übung ermöglichen – Herzlichen Dank!

Geschrieben von J.Gebertz - ABC Zug Kreisstadt Euskirchen am Samstag 28. Januar 2017

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